Frau macht 1 Monat Fotos mit Männern, die sie belästigen.

Laute Pfiffe, plumpe Kommentare zur Figur oder gar Fragen nach Sex – viele Frauen haben das schon erlebt. Ungerechterweise sagt man insbesondere Bauarbeitern und Handwerkern nach, dass sie Frauen auf diese Art belästigen würden. Dass dieses Vorurteil nicht der Wahrheit entspricht, beweist die 20-jährige Niederländerin Noa Jansma. Es ist schlimmer.

Die Studentin hatte es satt, auf der Straße regelmäßig blöde Sprüche von Männern zu hören, und ließ sich etwas Besonderes einfallen. Jedes Mal, wenn ihr jemand hinterherpfiff oder sie mit einem Spruch anmachte, fragte sie höflich, ob sie ein Foto von ihm machen dürfe. Erstaunlicherweise waren alle Männer einverstanden und posierten für ein Selfie mit der jungen Frau.

 

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Kaum einer der Betroffenen wollte wissen, wozu sie dieses Bild brauchte. Anfangs wollte sie die Bilder einfach nur machen, um die Belästiger auf ihr Verhalten aufmerksam zu machen und zu verunsichern. Da die meisten Männer sich aber offensichtlich keiner Schuld bewusst waren oder Scham kannten, beschloss Noa, noch einen Schritt weiterzugehen.

Die Studentin erstellte einen Instagram-Account mit dem Namen „dearcatcallers“ (auf Deutsch so viel wie „Liebe Hinterherpfeifer“) und teilte auf diesem Profil die Bilder der Männer. „Es ist ein Projekt geworden, das zeigt, wie häufig Frauen im Alltag Opfer verbaler Belästigung werden. Das Erschreckende ist, dass es den typischen „Catcaller“ nicht gibt. Es sind alte Männer, junge Männer, Gruppen oder Einzelpersonen“, erklärt Noa ihre Beweggründe.

Die folgende Liste zeigt die Männer und die Sprüche, mit welchen sie Noa auf der Straße angesprochen haben.

1.) „Mmmh, möchtest du einen Kuss?“

2.) „Baby, Danke!“

3.) „Ich weiß, was ich mit dir machen würde.“

4.) Sie pfiffen mir hinterher und riefen: „Baby, Baby!“

5.) „Hey, kann er deine Nummer haben?“

6.) Er hat Kuss-Geräusche gemacht und mir hinterhergepfiffen.

7.) Nachdem er mir schon 10 Minuten gefolgt war: „Schönheit, wohin gehst du? Kann ich mitkommen?“

8.) „Mmmh, süßes und hübsches Mädchen.“

9.) „Hey hübsche Frau, wieso bist du traurig?“ – „Ich bin nicht traurig.“ – „Wieso lächelst du mich dann nicht an? Du bist zu süß, um traurig zu sein.“

10.) „Wow, schau dir die mal an!“

11.) Er folgte mir zwei Straßen entlang und rief: „Sexy“ und „Willst du zu mir ins Auto steigen?“

12.) „Hey Süße, wo gehst du denn so allein hin?“

Es geht nicht um Komplimente unter Kollegen oder Freunden, sondern darum, dass Schmatz-Geräusche oder anzügliche Bemerkungen für die meisten Frauen nicht schmeichelnd, sondern belästigend sind. Es verunsichert sie und bringt sie dazu, sich wie Objekte zu fühlen. Damit sich Frauen nicht mehr so hilflos fühlen, ruft Noa nun auch andere dazu auf, Bilder von Menschen zu machen, von denen sie sich belästigt fühlen.

Allein sie hat innerhalb eines Monats über 30 Bilder von Belästigungen ihr gegenüber dokumentiert. Es geht ihr darum, den Männern dasselbe Gefühl zu geben, welches Frauen in solchen Situationen spüren: ein Opfer von Bloßstellung zu sein.

Noas Projekt ist mittlerweile zwar beendet, jedoch bekommt sie immer noch viel Zuspruch für ihre Aktion. Wollen wir hoffen, dass die Männer auf den Bildern sich im Nachhinein für ihr Verhalten schämen und beim nächsten Mal einen Moment länger darüber nachdenken, was sie sagen oder was ihre Worte bei den Betroffenen anrichten können.

Quelle:

womanderwesten

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