Fremde erfüllen mit rührender Geste Traum eines Toten.

In diesen Tagen werfen die unterschiedlichsten Menschen überall auf der Welt Flaschen ins Meer, die eine besondere Botschaft enthalten. Der Grund hierfür ist die tragische Geschichte von David Minn, eines lebenslustigen jungen Briten.

 

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David war gerade erst 24 Jahre alt geworden und liebte es, die Welt zu erkunden. Kurz zuvor hatte er sein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Sheffield erfolgreich abgeschlossen und sich danach auf eine 8-monatige Reise durch Südamerika begeben. Während dieser Zeit besuchte er zahlreiche Orte im Norden und zuletzt im Süden dieses Kontinents.

 

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Sein letzter Ausflug führte ihn durch Argentinien nach Feuerland, wo er den Gletscher Ojo-del-Albino besuchte. Von der argentinischen Stadt Ushuaia aus unternahm er dann in diesem Jahr am 26. Januar ohne Begleitung die fatale Wanderung, von der er nicht zurückkehren sollte.

 

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David verließ montagabends das Hotel und erklärte den Mitarbeitern, dass er in einigen Stunden zurück sein würde. Weil er sich nicht wieder meldete, alarmierte man die Polizei, die eine Suche startete. Am Mittwoch wurde seine Leiche nahe einem Wanderweg im Umkreis des Gletschers gefunden.

Man geht davon aus, dass er von einem gebirgigen Pfad über 30 m in die Tiefe stürzte und sich dabei massive Kopfverletzungen zuzog – nur wenige Wochen vor seiner Rückkehr nach Großbritannien.

 

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Die Nachricht von Davids unerwartetem Tod schockte seine Familie und Freunde zutiefst. Keiner konnte glauben, dass dieser liebenswürdige junge Mensch, der noch sein ganzes Leben vor sich hatte, nun nicht mehr da war.

„David war richtig beliebt. Er war ein herzensguter, lieber Mensch und hatte immer ein Lächeln im Gesicht“, beschrieb ihn seine Schwester Hayley. „Er erhellte jeden Raum, den er betrat. Seinem ansteckenden Lachen, seiner positiven Einstellung, seiner Liebenswürdigkeit und seiner Warmherzigkeit konnte sich niemand entziehen.“

 

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Um den Schmerz, den Davids Tod ausgelöst hatte, zu verarbeiten, veröffentlichte Hayley eine kleine Abschiedsbotschaft:

„An meinen perfekten kleinen Bruder David. Ich liebe dich sehr und bin todunglücklich. Ich kann nicht glauben, dass ich dich und dein breites Lächeln nie wieder sehen werde. Ich kann nicht glauben, dass ich nie wieder dein ansteckendes Lachen hören werde, über das jeder spricht. Du warst immer mein jüngerer Bruder, dem ich nie das Wasser reichen konnte, den jeder angebetet hat und über den nie jemand auch nur ein schlechtes Wort sagen konnte ... Ich vermisse dich schon so sehr. Ich hoffe, dass du von oben im Himmel mit Oma zu uns herunterschaust und siehst, dass sie dich in der Zeitung einen Raketeningenieur nennen. Ich weiß, dass du das geliebt hättest. Wir sehen uns bald, Küsse!“

 

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Aber auch andere Verwandte und Freunde versuchten ihre Trauer ausdrücken und schrieben eine letzte Botschaft an den jungen Abenteurer, der das Reisen so liebte. Einem von Davids Freunden kam dabei die Idee, seine Geschichte und eine persönliche Widmung an den Verstorbenen in eine Glasflasche zu stecken und ins Meer zu werfen, damit er, im übertragenen Sinne, weiterhin die Welt entdecken kann.

In zahlreichen Ländern sind viele Freunde, Bekannte und Verwandte dem schon nachgekommen und haben David wieder auf „Weltreise“ geschickt – inzwischen sogar Menschen, die erst durch die Flaschenpost-Idee selbst vom Schicksal des jungen Briten erfahren haben.

Um zu dokumentieren, welche Orte David nach seinem Tod „besucht“ hat, werden die Finder der Flaschen gebeten, die Nachricht zu fotografieren und auf der Facebookseite „Minn Makes His Way“ zu veröffentlichen, damit seine Verwandten und Freunden sehen, wohin es ihn überall verschlagen hat.

 

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Auch wenn der Verlust tief schmerzt, so ist es doch für Davids Verwandte, Freunde und Bekannte ein kleiner Trost, dass er weiterhin die Welt bereist. Die Erinnerungen an ihn werden immer weiterleben.

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