Twitter-Nutzer retten unvorsichtigem Angler das Leben.

Das Lieblingsessen des japanischen Twitter-Nutzers „Narathiga” (@narathiga) ist Fisch. Schon lange wollte er daher einmal selbst angeln gehen und seinen ganz eigenen, frischen Fisch essen. Also macht er sich eines Tages mit einer Angelrute auf und geht zu einem See in der Nähe seines Wohnortes. Da er nicht viel Erfahrung im Angeln hat, ist er äußerst erstaunt, als er ziemlich bald schon ein Prachtexemplar aus dem Wasser zieht. Er ist so stolz auf seinen Fang, dass er ihn fotografiert und auf Twitter hochlädt. Auf Twitter schreibt er, wie sehr er sich darauf freut, ihn zum Abendessen zu genießen.

„Ich habe einen riesigen Fisch gefangen!!! Ich werde ihn heute Abend mit Kimo-iyoju (Anm. d. Red.: Das ist eine bestimmte Art von Sojasauce.) zubereiten und essen!!!“ schreibt Narathiga voller Vorfreude.

Doch kurz nachdem er die Nachricht abgeschickt hat, wird sein Account mit einer Unmenge an Antworten überschüttet. Sie alle warnen davor, den Fisch zu essen, denn er sei hochgiftig! Zuerst winkt Narathiga ab. Was soll an diesem harmlosen Fischfilet schon giftig sein?

Doch die Nachrichten reißen nicht ab: „Iss es nicht!“ „Gift! Das ist voller Gift!“ „Das kann tödlich sein!“ Am Ende rettet es Narathiga das Leben, dass er auf die Leute hört. Der Fisch, den er da aus dem Wasser gezogen hat, gehört nämlich zur Familie der Feilenfische, von denen einige zwar gegessen werden können, die aber auch einige sehr giftige Mitglieder hat. Genau so einen hat sich der angehende Angler aus dem Wasser gezogen, genauer gesagt: einen Schrift-Feilenfisch, einen der giftigsten Fische auf der Welt. Denn in den Organen steckt das hochwirksame Palytoxin. Es gibt fast kein Lebewesen, das immun gegen das Gift ist, und es ist um ein Vielfaches stärker als das Gift des berühmt-berüchtigten Kugelfischs. Es sorgt dafür, dass sich unter anderem die Blutgefäße verengen, das Atmen schwierig wird und die Muskeln verkrampfen. Je nach Schwere der Vergiftung schreiten die Beschwerden sehr schnell voran und führen zu Nierenversagen, Schock, Kreislaufkollaps und schließlich zum Tod. Erfahrene Angler wissen dies und können die Gefahren einschätzen, doch Narathiga wurde nur dadurch gerettet, dass er auf die Twitternutzer hörte. 

Flickr/keiya

Doch vorher hat er die besorgten Nutzer lange „schmoren“ lassen. Stundenlang warten sie auf ein Lebenszeichen, bis sie schon das Schlimmste befürchten. Doch dann kommt diese Nachricht:

„Ich habe eure Nachrichten gelesen und glaube euch. Der Fisch ist jetzt wieder im Wasser. Wir haben ihn nicht getötet und er kann weiterschwimmen. Tut mir leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, aber mein Akku war leer. Ich wollte euch keine Angst machen.“

Mit diesen wenigen Sätzen beruhigt er unzählige ängstliche Seelen, die nervös vor dem Bildschirm saßen und sehnsüchtig auf ein Lebenszeichen warteten. Sicherlich kann man einiges an sozialen Netzwerken kritisieren, aber Narathiga haben sie das Leben gerettet. Er wird den anderen Nutzern und der Plattform sicherlich noch lange dankbar sein.

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