Student ärgert sich über Banknachbarn und lernt Lektion.

Der Student Thomas McFall hat vor wenigen Tagen eine kleine Geschichte auf Twitter veröffentlicht, die seitdem viele Menschen bewegt. Innerhalb kurzer Zeit wurde sie über 200.000 Mal geteilt:

„Während eines meiner Management-Seminare sitze ich immer ganz vorn auf demselben Platz. Jeden Tag sitze ich da. Und neben mir sitzt immer dieser ausländische Typ, der kaum Englisch spricht. Der längste fehlerfreie Satz, den ich von ihm bisher gehört habe, war: 'Wahnsinn, dieser Muffin schmeckt richtig gut.'

Der Typ hat außerdem die Angewohnheit, alle seine Sachen auf meinem Platz zu stapeln. Sein Rucksack, seine Pausenbrote, seine Bücher und sein Telefon liegen immer auf meinem Tisch. Jedes Mal, wenn ich den Seminarraum betrete, sagt der Kerl: 'Ah, Tom. Du hier. Okay.' und beginnt hektisch, seine Sachen von meinem Platz zu räumen.

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Dann kommt immer der Spruch: 'Alles fertig für den Unterricht, oder?' und ein: ’Gib mir fünf!’. Jeden Tag gebe ich ihm fünf.

Ich ärgere mich immer über diesen Kerl. Ich denke dann: 'Mensch, du weißt, dass ich hier jeden Tag sitze. Warum stapelst du immer deinen Krempel auf meinem Platz?' Mal davon abgesehen, dass ich morgens um acht Uhr keine Lust habe, mit diesem Typ, der kaum Englisch spricht, abzuklatschen. Pack deinen Kram einfach nicht auf meinen Platz.

Heute kam ich aber einige Minuten zu spät zum Seminar. Ich stand vor der Tür und musste noch schnell eine Nachricht verschicken. Ich konnte jedoch meinen Stammplatz aus den Augenwinkeln sehen. Natürlich hatte der Typ seine Sachen wieder auf meinem Tisch abgestellt. Wie immer.

Als ich noch mit meinem Telefon beschäftigt war, lief plötzlich ein anderer Typ an mir vorbei, der auch zu spät kam. Er ging dann zu meinem Platz, der direkt bei der Eingangstür ist. Mein nerviger Banknachbar hielt jedoch den Kerl auf und sagte: 'Tut mir leid, aber mein guter Freund Thomas sitzt hier.'

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Dann wurde mir plötzlich klar, dass er seine Sachen nicht auf meinen Platz stellt, um mich zu ärgern. Er wollte ihn immer für mich freihalten!

Ich bin dann in den Seminarraum gegangen und er hat selbstverständlich alle seine Sachen weggeräumt und mich wie immer begrüßt. Nach dem Seminar fragte ich ihn, ob er Lust hätte, mit mir eine Kleinigkeit zu essen. Er hatte Lust. Wir haben uns auch miteinander unterhalten, obwohl es nicht immer leicht war, ihn zu verstehen.

Der Typ kommt aus dem Nahen Osten und möchte in den USA einen Hochschulabschluss machen. Danach will er wieder in seine Heimat zurückkehren. Er hat zuhause zwei Kinder und eine Frau. Er arbeitet Vollzeit und überweist so viel Geld wie möglich nach Hause.

Ich habe ihn auch gefragt, wie ihm die Vereinigten Staaten gefallen. Er antwortete, dass er seine Familie vermissen würde, aber dass es toll sei, hier zu sein. Er fügte hinzu: ’Nicht alle Amerikaner sind so nett wie du, Tom.’

Natürlich habe ich ihm das Essen bezahlt. Der Kerl verdient es. Er gab mir wieder fünf, weil ich ihm das Essen bezahlt habe. Die Tradition darf nicht sterben.

Die Moral von der Geschichte? Begeht nicht meinen Fehler und denkt ständig nur an euch. Ich habe fast ein halbes Jahr gebraucht, um zu kapieren, dass der Typ nur mein Freund sein wollte. Besser zu spät als nie, denke ich.“

Thomas hat eine wichtige Lektion gelernt und einen neuen Freund gefunden. Diese kleine Geschichte beweist, dass wir zu oft mit uns selbst beschäftigt sind und viel im Leben verpassen. Seien es Freundschaften oder die Gelegenheit, etwas Nettes zu tun.

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