Arzt rettet Zwillinge mit Erbkrankheit vor Beinamputation.

Ein Zufall kann das Leben stark beeinflussen – im Guten wie im Schlechten. Das Leben der Zwillinge Carolyn und Catherine aus dem US-Bundesstaat Maine wurde von einem guten und einem schlechten Zufall bestimmt. Ihr Unglück war, dass sie mit einer seltenen Erbkrankheit auf die Welt kamen. Ihr Glück war, dass ihnen ein besonderer Arzt viel Leid ersparte.

Imgur/whatdidonesnowmansaytotheother

„Wir wurden mit einem seltenen Gendefekt geboren, einer Tibialen Hemimelie. Das bedeutet, dass unsere Schienbeine nicht so lang wachsen, wie es normal wäre. Zu jener Zeit wurden sie dann üblicherweise amputiert. Man hätte also unsere beiden Unterschenkel entfernt“, schreibt Catherine.

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Glücklicherweise kam es nicht dazu. Die Mutter der Zwillinge fand aufgrund einer Reihe von glücklichen Ereignissen den einzigen Chirurgen in Nordamerika, der im Falle einer Tibialen Hemimelie nicht amputierte, sondern ein neues Verfahren zur Verlängerung der Gliedmaßen anwendete.

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Der kanadische Arzt Dr. Dror Paley nutzte dazu einen sogenannten „Fixateur“, der an den Unterschenkeln von Carolyn und Catherine angebracht wurde. „Einfach ausgedrückt: Unsere Schienbeine wurden in zwei Teile geschnitten und auf beiden Seiten wurden kleine Stäbe in die Knochen eingeführt. Nach der Operation zog der Fixateur die Knochenhälften pro Tag um im Extremfall bis zu einen Millimeter auseinander. Der Knochen wuchs an der Bruchstelle zusammen, die aber jeden Tag vergrößert wurde“, erinnert sich Catherine.

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Auf diese Weise konnten ihre Schienbeine innerhalb von sechs Monaten um 2,5 cm bis 5 cm verlängert werden. Nur drei Therapien waren nötig, die immer ein halbes Jahr andauerten. Das erste Mal mussten Carolyn und Catherine den Fixateur tragen, als sie 18 Monate alt waren. Die zweite Behandlung begann, als sie vier Jahre alt wurden und die letzte im Alter von 13 Jahren.

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„Wir konnten trotz der Behandlungen mit dem Fixateur krabbeln, laufen und spielen. Zwischen den Therapien hatten wir ein normales Leben und durften sogar Sport treiben. Wir sind eben nur ein wenig kleiner als die anderen“, erklärt Catherine.

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Im Jahr 2017 wurden die beiden Zwillinge 21 Jahre alt und ließen einen letzten Eingriff durchführen. Es wurden zwar nicht wieder ihre Schienbeine verlängert, aber finale Anpassungen vorgenommen. Danach war die Behandlung abgeschlossen.

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Trotz ihrer Erbkrankheit hatten Carolyn und Catherine großes Glück, dass die beiden eine weitgehend normale Kindheit erleben durften und auch heute keine weiteren Einschränkungen haben. Was für ein Segen, dass Dr. Paley ihnen eine lebenslange Abhängigkeit von Prothesen erspart hat. Jetzt stehen sie mit beiden Beinen fest im Leben! 

Quelle:

imgur, gofundme

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