Frau klärt auf, wie Astronauten ihr Geschäft verrichten.

Die US-amerikanische Buchautorin Mary Robinette Kowal veröffentlichte in der New York Times einen Essay über Vorurteile gegenüber Frauen in den Raumfahrtprogrammen der NASA. In Erwiderung auf die Kritik, die Mary entgegenschlug, veröffentlichte sie auf Twitter eine kleine Geschichte über die Schwierigkeiten, die sich ergeben, wenn man (oder frau) in der Schwerelosigkeit sein (ihr) Geschäft verrichten will:

„Als das allererste Raumfahrtprogramm vorgeschlagen wurde, waren sich Ärzte nicht einmal sicher, ob man ohne Schwerkraft überhaupt urinieren oder schlucken könne. Trotzdem wurde weiterhin daran gearbeitet, einen Mann in den Weltraum zu bringen.

Alan Shepard war der erste Amerikaner, dem das gelang. Die Mission sollte nur fünfzehn Minuten dauern. Rauf. Hallo Weltraum! Wieder runter. Deshalb kümmerte sich niemand ums Wasserlassen.

Wikipedia/Alan shepard.jpg/NASA

Startverzögerungen führten dazu, dass Alan Shepard bald dringend auf die Toilette musste. Er fragte beim Kontrollzentrum nach, ob er sich in seinem Raumanzug erleichtern könne. Die zuständigen Flugmediziner und Ingenieure berieten sich eine Weile und gaben ihm die Erlaubnis. Er machte sich also in die Hose und flog trotzdem ins Weltall.

Sie lösten später das Problem, indem sie einen Auffangzylinder entwickelten, der wie ein Kondom aussah. Während der Tests funktionierte alles wunderbar, aber im Weltraum waren die Dinger sehr lose und der Urin blieb oft im Anzug.

Der Grund: Die Urinalkondome gab es in drei Größen: klein, mittel und groß. Es stellte sich heraus, dass alle Männer ein großes Kondom angefordert hatten. Haben wirklich alle ein großes benötigt?

Nein, haben sie nicht. Später wurden die Größen umbenannt. Sie hießen dann 'extragroß', 'enorm' und 'unglaublich'.

Wenn die Astronauten ihr großes Geschäft verrichten wollten, mussten sie sich eine Art Beutel an ihren Hintern kleben. Das hat noch für die ersten Raumfahrtmissionen gut funktioniert. Mit 'gut' meine ich, dass da noch Urin in der Raumkapsel war und es nach Fäkalien roch.

Für die Mondlandung benötigte man jedoch eine andere Lösung. Die Astronauten mussten zwar ihr großes Geschäft noch in einen Beutel machen, durften aber beim Pieseln eine neue Art von Kondom aufziehen, an dem ein Ventil befestigt war. Wird das Ventil geöffnet, schießt der Urin in den Weltraum – wenn man den richtigen Zeitpunkt erwischt.

Öffnet man das Ventil nur den Bruchteil einer Sekunde zu spät, dann verbleibt Urin im Schiff. Wird das Ventil zu früh geöffnet, dann zieht es das beste Stück des Astronauten nach draußen. Übrigens sieht Urin im Weltraum sehr hübsch aus, weil er wunderschön im Sonnenlicht funkelt.

Wenn die Astronauten einen Außenbordeinsatz durchführten, benutzten sie einen Urinbeutel, der sich im Anzug befand. Apropos: Buzz Aldrin war zwar der zweite Mann auf dem Mond, aber der erste, der dort Wasser ließ.

Nach einem Jahrzehnt schließlich schickte NASA die erste Amerikanerin in den Weltraum. Jetzt hatten sie einen Grund, sich damit zu beschäftigen, wie sich Frauen im All erleichtern können. Für den Start und den Außenbordeinsatz entwickelten sie den MAG: Maximum Absorbency Garment (auf Deutsch etwa: Supersaugfähigkeitsunterhose). Also eine Windel.

Auch die Männer bevorzugten bald den MAG, weil er bequemer war und den Urin besser einfing als das Kondom. Sie entwickelten außerdem eine Null-Schwerkraft-Toilette. Vorbei waren die Zeiten, in denen sich die Astronauten einen Beutel an den Hintern klebten.

Und als kleines Extra diese witzige Tatsache: Ohne Schwerkraft bleibt die Wurst ein ganzes Stück, wenn sie den Körper verlässt.“

Ein interessanter, aber oft übersehener Aspekt der Raumfahrt! Wie schön, dass man sich damit auf der Erde nicht herumschlagen muss.

Kommentare

Auch interessant